Kommune kaputt, Fritz allein
In den 70ern kam Fritz Bläuel mit einer Kommune in einen archaischen Teil Griechenlands: Die Mani, den mittleren Finger des Peloponnes. Dort entdeckte er Olivenöl als Lebensinhalt.
Herr Bläuel – was ist aus Ihrer Kommunegeworden? Unsere Kommune definierte sich über den Widerstand gegen die Gesellschaft. Als wir von den Repressalien in Wien die Nase voll hatten und unsere Kommune nach Griechenland verlegten, verloren wir unseren Gegner. Da standen wir mit nichts als der Sonne und dem Meer und fragten uns, was wir eigentlich sollen auf dieser Erde. Wir stellten fest, dass uns nicht viel verband. Da verstreuten sich die anderen in alle Winde und jeder machte sein eigenes Ding.
Und Sie waren für Olivenöl bestimmt? Erst mal war die Kommune kaputt und Fritz alleine. Burgi kam und wir gründeten eine Familie. Es gab dieses fantastische Olivenöl und wir schmuggelten es illegal nach Österreich, das sicherte unseren Lebensunterhalt. Dann kam Olivenöl in Mode und bescherte uns eine Nachfragewelle. Aus dem Broterwerb wurde ein Projekt, eine Landschaft zu bewahren, den Bauern eine Zukunft zugeben und den Menschen in aller Welt ein wertvolles Lebensmittel.
Was haben Sie hier erreicht? Mehr als 500 Kleinbauern konnten im Laufe von 25 Jahren auf biologischen Anbau umstellen. Die Artenvielfalt bei Insekten und Wildkräutern nimmt zu. Die traditionelle Kulturlandschaft der Mani mit den kleinen, zähen Olivenbäumen an teils steilen Hängen konnte erhalten werden, weil es dafür eine ökonomische Grundlage gibt. Landflucht und Massenproduktion konnten abgewendet werden.
Ist moderne Landwirtschaft von Übel? Ökologie, Menschen und die Qualität unseres Öles dürfen nicht leiden. Das Mani-Öl ist ja gerade deshalb so gut, weil die Olivenbäume durch die Kargheit des Bodens und den extremen jährlichen Schnitt so wenig produzieren. Aber die Arbeit darf man sich natürlich durch geeignete Maschinen erleichtern und unseren Strom produzieren wir mit einer Fotovoltaikanlage auf unserer Lagerhalle. Das andere Extrem sind bewässerte und kunstgedüngte Plantagen, wo Olivenbäume als Hecken wachsen und eine Erntemaschine alle Erntearbeiter einer Region arbeitslos macht.

Angesichts der vielen Auszeichnungen, die Sie allein 2010 erhalten haben, kann man sagen, Ihr Olivenöl sei eines der besten der Welt. Die Zahl der Auszeichnungen hat uns selber verblüfft, aber andere gewinnen auch Preise. Allerdings hat mich der Publikumspreis der Biofach 2010 schon sehr gefreut, denn da hat keine Fachjury geurteilt, deren Kriterien durch die EU vorgegeben sind. Wichtiger ist mir allerdings, dass der Kauf unseres Öles nicht nur Sinnmacht, weil das Öl schmeckt und reich an Inhaltstoffen ist, sondern weil es auch ein strategisch kluger Kauf ist. Wenn ein Kunde der Welt im eigenen Interesse nicht schaden oder ihr sogar nützen will, dann ist unser Öl eine sinnvolle Investition.
Kontakt

Oliver Stoye
Vertriebsleitung Deutschland
BLÄUEL GREEK ORGANIC PRODUCTS
Fon: 089 / 72 43 00 66
Fax: 089 / 72 30 99 49
Mobil: 0172 / 238 52 98
E-Mail: oliver.stoye@blauel.gr
Internet: www.blauel.gr
In GrünerEinkaufen informieren Sie folgende Unternehmen per Händlerfax:
In GrünerEinkaufen in Biohandel informieren Sie folgende Unternehmen:
Die 80er-Jahre in Freiburg 
Neueste Kommentare
vor 12 Wochen 4 Tage